Fütterungsversuch in Grub TU München gefälscht, 50% der Tiere krankheitsbedingt, im Versuchszeitraum ausgetauscht!

Endlich ein Bt Mais (Mon 810), Nachfolgeprodukt des Bt 176, Langzeitfütterrungsversuchsergebnis an Milchkühen 

Über 25 Monate wurden Fleckviehmilchkühe mit transgenem Mais, der Linie Mon 810, an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft gefüttert. Dabei handelte es sich um 2 Gruppen mit jeweils 18 Tieren, von denen im Versuchszeitraum jedoch vorzeitig 18 Tiere ausgetauscht und durch Jungkühe ersetzt werden mussten.

Den Anstoß für den Versuch gaben die öffentlichen Diskussionen um meinen Fall in Hessen/Deutschland (Gottfried Glöckner, ggloeckner@t-online.de), bei dem durch die Verfütterung von Bt Mais, der Linie Bt 176 (Syngenta), die Michkühe erkrankten, es zu Missbildungen an Kälbern kam, Kühe verstarben und ich letztendlich die Milchproduktion vollständig einstellen musste. Siehe dazu auch den Video unter http://www.publiceyeonscience.ch/video_gloeckner.htm

Dies alles, obwohl ich in meiner beruflichen Laufbahn schon für besonders langlebige Hochleistungstiere in meinem Herdbuchbetrieb ausgezeichnet wurde.

Nun hätte man aus meinen langjährigen, vielseitigen Aufzeichnungen heraus den Versuch nachstellen können, trotzdem entschied man sich in Grub für einen äußerst merkwürdigen Versuchsaufbau mit dem die Auswirkungen von Bt Mais auf die Milchleistung, Fruchtbarkeit, Nachweise im Blut, Milch, Kot und Harn der Tiere praxisnah nachgestellt werden sollten.

Versuchsaufbau: Neben Maissilage 41,9%, wurden Maiskobs 21,2% gefüttert, dazu Grassilage 11,0%, Stroh 5,9% und Melasse 1,4% der Trockenmasse (TM) gefüttert. Dazu kam ein Kraftfutter welches 18,6% der gefütterten TM ausmachte, bestehend aus Körnermais 41,2%, Rapsextraktionsschrot 51,1%, Mineralfutter 5,3% und Harnstoff 2,4% als Eiweißträger. Diese Grundfutterration war ausreichend für eine Milchleistung bis 18 kg/Kuh+Tag, mit der Kraftfuttermischung war die partielle Mischration (PMR) ausgelegt für eine Milchleistung bis 22 kg/Kuh+Tag !

Aber: Die konventionelle Gruppe bekam 7,1 kg TM Maissilage, gegnüber der Bt Maisgruppe die nur 4,2 kg TM Maissilage erhielt !? Die Bt Maisgruppe erhielt stattdessen in der Grundfutterration einen Körnermais mit 4,4 kg TM untergemischt, der in der Ration lediglich mit einer Fußnote *) versehen wurde und nicht, wie eigentlich üblich, als Einzelfuttermittel in der Tabelle erscheint.

Dies erklärt sich nur aus dem Sachverhalt heraus, dass im Körnermais der geringste Bt Toxingehalt ist, da das Bt Toxin überwiegend in den grünen Pflanzenteilen exprimiert wird.

Datenerfassung: Es wurden umfangreiche Daten zu Futter, Milch, Körperkondition, Blut, Harn, Tiergesundheit und Fruchtbarkeit erfasst und ausgewertet um analytische Verfahren weiter zu entwickeln.

Das man das kurzkettige, Bt spezifische Konstrukt mit 190 Basenpaaren in der Milch nicht nachweisen konnte ist verständlich, wenn man erst ab einer Konstruktlänge von 205 Basenpaaren anfängt die Nachweise zu führen.

Dabei war es schon sehr überraschend, dass trotz der enormen "Klimmzüge" Spuren des aktiven Bt Toxin im Kot nachgewiesen wurden. In diesem Zusammenhang war es schon sehr erstaunlich, dass trotz der extremen Vorbehandlung des Bt Mais (Erhitzung bei 600 - 700°C) und der sicher sehr intensiven Pflege und Betreuung der Versuchstiere, im Durchschnitt >3,5 Besamungen notwendig waren um die Tiere tragend zu bekommen. Bei manchen Tieren mussten 6 - 7 Besamungen durchgeführt werden um deren vorzeitigen Abgang zu verhindern. Trotz der zahlreichen Besamungen wurde jedoch eine Zwischenkalbezeit von 388 Tagen!? erreicht, das ist wiederum eine Glanzleistung und ein Beweis für die intensive Betreuung der Tiere. Dies alles hat jedoch mit einem an die Praxis angelehnten Fütterungsversuch, wie er in meinem Betrieb durchgeführt wurde, auch nicht annähernd etwas zu tun.

Schon frühzeitig wurden in Frankreich Fütterungsversuche durchgeführt die auf die selben fatalen Ergebnisse, wie in meinem Betrieb dokumentiert, hinweisen!

Erläuterungen:

Aus der Tabelle Fütterungsversuch Bt Mais ist ersichtlich, welchen Fragen man bei dem Versuch nachgegangen ist und welche Fragen ausgeklammert wurden.

Desweiteren sind die Unterschiede der einzelnen Konstrukte herausgearbeitet, sofern Analysenergebnisse vorliegen.

  • Während bei dem Bt 176 massive Abweichungen bei den Aminosäuren vorhanden waren, wurden selbige im Versuch der TU München nicht untersucht.
  • Der Toxingehalt bei Mon 810 (ca. 50 ppm.) liegt gegenüber dem Bt 176 (ca. 145 ppm.) bei nur noch 1/3tel.
  • In der Fütterungsstudie der TU München ist auffällig, dass die Tiere zum Versuchsbeginn mit praxisüblichen Milchharnstoffgehalten von 253 mg/l (konventionelle Gruppe) und 252 mg/l (transgene Gruppe) aufgestallt wurden. Im Versuch wurden sie jedoch mit wesentlich niedrigeren Harnstoffwerten gefüttert, selbige lagen dann nur noch bei 167 bzw. 180 mg/l (Seite 9 der Presseversion). Dadurch wird der Leberstoffwechsel massiv entlastet, in der Praxisempfehlung werden jedoch 250 mg/l Harnstoff empfohlen, angestrebt und die Tiere dementsprechend auch ausgefüttert. Durch diese Entlastung von Leber- und Nierenstoffwechsel können Giftstoffe sehr viel besser abgebaut werden.
  • Die Maiskobs entstehen durch Dampferhitzen bei ca. 700°C in einer sog. Trocknungstrommel. Durch die Grünmaistrocknung bei ca. 700° C, und das anschließende Pelletieren wird das Bt Toxin sehr stark reduziert, die Toxinwerte liegen dann nur noch bei ca. 30% des Ausgangswertes vom ursprünglichen Grünmais, den auch die Wildtiere fressen! (siehe dazu auch die Tabelle Dr. Spiekers, Grub 04/2005)
  • Über die Bt Toxin Aktivität wurde in dem Versuchszusammenhang gar nichts ausgesagt, obwohl dies im Rahmen der Kreislaufkontamination ebenfalls von erheblicher Bedeutung ist!
  • Die dadurch entstehenden Maiskobs wurden mit ca. 2,1 kg TM/Kuh+Tag gefüttert. Der Körnermais wurde überhaupt nicht separat aufgeführt, sondern lediglich mit einer Fußnote *) bedacht, obwohl er, mit 4,4 kg TM/Kuh+Tag den Hauptbestandteil der Futterration ausmachte, entgegen der Dartsellung im Abschlussbericht Seite 4, das der Eintrag transgener Komponenten in das Futter zu einem wesentlichen Anteil über die getrockneten Maiskobs erfolgte.
  • Diese Fußnote bedeutet, dass 41% gentechnisch veränderter Bt Körnermais in die einzelnen Futtermittel untergemischt wurde. Damit konnte der Bt Toxingehalt in der Gesamtration noch einmal reduziert werden.
  • Zudem ergab sich ein Energieüberhang in der transgenen Gruppe von 8,47 M NEL! Der Energieüberhang führt ebenfalls zu einer verbesserten Arbeit von Leber und Niere und somit können Giftstoffe besser abgebaut werden.
  • Merkwürdiger Weise wurde der Körnermais nur in der Grundfutterration der transgenen Gruppe untergemischt, nicht jedoch bei der konventionellen Gruppe!? Siehe dazu auch die nach Körnermais bereinigte Übersicht 6!
  • Damit unterscheidet sich die Fütterung der transgenen Gruppe wesentlich von der konventionellen Gruppe!
  • Es stellen sich daher folgende Fragen zu der Fütterrungsstudie:

1. Warum wurden in der transgenen Gruppe 41% Bt - Körnermais untergemischt, enthält wesentlich weniger Bt Toxin als Maissilage?

2. Was passiert mit dem Bt Toxin beim kobsen, neben der Konzentrationsabnahme, im Bezug auf die Aktivität?

3. Warum wurde der Versuch nicht wesentlich genauso durchgeführt wie in der konventionellen Gruppe?

4. Warum wurden keine Untersuchungen zur Kreislaufkontamination durchgeführt, Gülle, Weide, Grassilage?

5. Warum sind keine Untersuchungen zur Eingliederung des Bt Toxin Gens in das Bakteriengenom sowie das tierische Zellgenom vorgenommen worden?

6. Warum wurde keine Bestimmung auf Antikörper durchgeführt?

7. Warum wurde in der transgen gefütterten Gruppe Energie massiv vorgehalten?

8. Was bedeutet das im Hinblick auf die Vergleichbarkeit der Gruppen?

9. Was bedeutet dieser Versuch für den Umgang mit Bt Mais?

10.Inwieweit sind gentechnisch veränderte Pflanzen zu den konventionellen Pflanzen "substantiell äquivalent"?

11.Wo befinden sich in dem Zusammenhang Schnittmengen zu den Aussagen der Unternehmen, die in diesem Bereich getätigt wurden?

  • Konsequenz -- Anbauverbot von Mon 810 am 14.04.2009 durch BMVEL Berlin
  • -- -- Bestätigt durch das Bundesverwaltungsgericht Braunschweig am 5.05.2009 --

Es bleibt festzuhalten, dass alles unternommen wird um die gentechnisch veränderten Pflanzen als substantiell äquivalent darzustellen um weitergehende Analysen zu verhindern und sinnvolle sowie notwendige Prüfungen zu vermeiden. Dies ist weder im Sinne des Verbraucherschutz, noch kann es dazu beitragen die Akzeptanz im Umgang mit der Gentechnik zu erhöhen!

Fazit: Die Gentech Unternehmen haben die Problematik erkannt und versuchen das Problem in den Griff zu bekommen, das ehrt sie, aber die Art und Weise wie sie es versuchen ist einfach nur unglaublich!

"Ein Bauer packt aus"
 

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